Gärten für ein menschenwürdiges Leben

Lima, die peruanische Hauptstadt mit 10 Millionen Einwohnern/-innen, ist durch die umgebende Wüste sehr anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels. Florence Frossard stärkt städtische Gartenprojekte und setzt sich für ein menschenwürdiges Leben ein.

Projekt Florence Frossard, Peru

Mary Nieto (links) zeigt einen Kompostsack, den sie selber herstellen und verkaufen.
Bild: COMUNDO


Mary Nieto ist eine entschlossene Frau, ihre Begeisterung ist ansteckend: 1991, nach Ausbruch von Cholera, gründete sie zusammen mit Nachbarn ein Kompostierungszentrum in einem benachteiligten Viertel von Lima. Sie erinnert sich: «Damals gab es keinen Müllabfuhrdienst. In der Nachbarschaft stapelten sich Mülltonnen und Epidemien brachen aus. Mit der Verwaltung hatten wir die Idee, organische Abfälle zu sammeln, um sie mithilfe von Regenwürmern in Dünger umzuwandeln!»

Kompost statt Müllberge
Diese in Lima einzigartige Bürger- und Sozialinitiative schliesst eine riesige Lücke: Üblicherweise werden die Abfälle auf offene Deponien gebracht. Deren Zersetzung setzt grosse Mengen an Treibhausgasen frei. Heute verarbeitet der Verband jede Woche fünf Tonnen organische Abfälle aus der Nachbarschaft. Das Ergebnis sind Kompost und Humus, die verpackt und verkauft werden. Für die elf Mitglieder, von denen die meisten Frauen sind, generiert der Verkauf ein zusätzliches Einkommen.

Seit einem Jahr bauen die engagierten Mitglieder auch Gemüse an. Hierbei erhielten sie Unterstützung von der COMUNDO-Partnerorganisation MOCICC. Diese fördert städtische Gärten zur Verbesserung des Lebens der benachteiligten Menschen, die oft von der Politik vergessen werden. Florence Frossard unterstützte die Gruppe in der Kommunikation, auch um die Unterstützung der Behörden und desinteressierten Politiker zu gewinnen.

Würdigere Lebensbedingungen
Ein Teil der Unterstützung waren Kurse zu lokalem Marketing, ökologischer Produktion und Selbstmanagement, an denen rund 200 städtische Gärtner/innen teilnahmen. Mary Nieto ist dankbar für die Kurse: «Dadurch haben wir verstanden, wie wichtig es ist, uns besser bekannt zu machen, und mit den Behörden oder im Radio zu sprechen. Wir haben erkannt, dass unser Tun wichtig für die Gesellschaft ist: Wir fördern die gesunde Ernährung der lokalen Familien.»

Während dieser monatelangen Arbeit erlebte Florence Frossard den Mut und die Hartnäckigkeit dieser Bewohner, die sich unermüdlich für ihren Traum engagieren: ein würdigeres Leben zu führen. Mary Nieto zählt die Vorteile auf: «Heute können wir Gemüse in guter Menge und Qualität ohne Chemie produzieren. Unser Einkommen ist höher. Und wir erklären den Menschen in der Nachbarschaft, warum biologische Produkte gesund sind.»


Wir freuen uns, wenn Sie das Projekt von Florence Frossard unterstützen möchten.

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