Von Rorschach nach Sambia in den Einsatz

Die Psychologin Karin Basig, die zuletzt in Rorschach (SG) gearbeitet hat, träumt schon länger von einem Engagement in Afrika. Jetzt macht sie ihren Traum wahr und setzt sich die nächsten drei Jahre mit COMUNDO für eine bessere Versorgung von Menschen mit psychischen Krankheiten in Sambia ein.

COMUNDO-Fachperson Karin Basig freut sich auf die bevorstehende Herausforderung in Sambia. Bild: Marcel Kaufmann, COMUNDO

Karin Basig hat sich während ihrer Madagaskar-Reise vor 20 Jahren mit dem «Afrika-Virus» infiziert. Seither trägt sie den Wunsch und die Sehnsucht in sich, einmal tiefer in einen afrikanischen Kulturkreis einzutauchen und sich dabei möglichst auch sinnvoll zu betätigen. Diesen Lebenstraum wird sich die Psychologin, die aus Graubünden stammt und bis vor kurzem im Ambulatorium der St. Galler Psychiatrie in Rorschach tätig war, nun verwirklichen. Die nächsten drei Jahre engagiert sich die 50-Jährige mit der Schweizer Entwicklungsorganisation COMUNDO in Sambia für Menschen mit Suchtproblemen.

Kaum Therapieangebote
In Sambia, einem der ärmsten Länder, führt der übermässige Konsum von Alkohol und Drogen – wie überall auf der Welt – zu vielfältigen Problemen wie Krankheiten, sozialer Isolation, fehlenden Perspektiven oder häuslicher Gewalt. «Die psychosoziale Versorgung von Betroffenen steckt in Sambia aber noch in den Kinderschuhen», gibt Karin Basig zu Bedenken. «Psychische Krankheiten werden stigmatisiert, es gibt wenige Therapieangebote, und häufig suchen Betroffene aus Scham und Unwissen keine Unterstützung.»  

COMUNDO setzt sich dafür ein, diese Situation zu verbessern, und arbeitet deshalb vor Ort mit der lokalen Organisation «Serenity Harm Reduction Programme Zambia» (SHARPZ) zusammen: «SHARPZ ist die landesweit führende Organisation im Bereich der Prävention von Alkohol- und Drogenmissbrauch und der Versorgung von Menschen mit Suchterkrankungen und anderen psychischen Leiden», sagt Beatrice Bürge, Landesprogrammverantwortliche bei COMUNDO. Durch Einzel-und Gruppentherapien für Betroffene und deren Familien, Ausbildung von Fachkräften, Durchführung von Präventionsprogrammen in Schulen und Gemeinden sowie Massnahmen im Kinderschutz werde ein wichtiger Beitrag zu einer besseren psychischen Gesundheit der Bevölkerung geleistet. Seit der Gründung von SHARPZ im Jahr 2007 konnten bereits Zehntausende vom vielseitigen Angebot profitieren.

Langjährige Erfahrung als Psychologin gefragt
Karin Basig wird SHARPZ beim Ausbau des therapeutischen Angebotes und bei der Entwicklung  eines Qualitätsmanagement-Systems unterstützen. Durch Supervision und die Weiterbildung des Behandlungs-Teams trägt sie zudem dazu bei, die Qualität des Therapieangebots weiter zu verbessern. In einem Land, in dem 45 Prozent der Bevölkerung unterernährt ist, gehöre die psychologische Versorgung der Menschen vielleicht nicht zu den dringendsten Bereichen, so Karin Basig. Doch gleichzeitig sei eine stabile psychische Gesundheit eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und soziale Teilhabe: «Erst dadurch können es Betroffene schaffen, sich aus eigener Kraft aus dem Teufelskreis der Armut zu befreien. Deshalb bin ich überzeugt, dass mein Engagement eine nachhaltige Wirkung hat.»


Wir freuen uns, wenn Sie den Einsatz von Karin Basig unterstützen möchten. Vielen Dank!

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