«Elend und Verschmutzung»: Hoffnung auf die Kovi

Unfaire Arbeitsbedingungen, Verletzung von Menschenrechten, Umweltverschmutzung: Die Fachpersonen von COMUNDO und die Mitarbeiter/innen unserer Partnerorganisationen weltweit erleben immer wieder mit, was es heisst, wenn Menschen im Süden leiden müssen, damit die Industrie günstig Ressourcen fördern kann. So haben sich COMUNDOs Partnerorganisationen aus Kolumbien dazu entschieden, ihre Besorgnis in einem Brief auszudrücken – und ihre Unterstützung für die Konzernverantwortungsinitiative (Kovi).

Flyerbild Weg der Menschenrechte 2018 zur KOVI

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
empfangen Sie einen herzlichen und brüderlichen Gruss. In den letzten Jahren haben wir von dieser Initiative in der Schweiz erfahren, die vorangetrieben wird, damit multinationale Unternehmen mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte der Gemeinschaften, in denen diese Unternehmen tätig sind, sowie die Achtung der Umwelt verantworten und sicherstellen können. Aus diesem Grund und in Anbetracht der Tatsache, dass diese Initiative die Debatte in der ersten und zweiten Kammer fortsetzen und einer nachfolgenden Volksabstimmung unterliegen wird, haben wir vom COMUNDOs Programm in Kolumbien das Interesse, mit dieser wichtigen Sache zusammenzuarbeiten, und hoffen, dass die Initiative erfolgreich sein wird.
 
Wie Sie wissen, haben die letzten Regierungen Kolumbiens Wirtschaftsmodelle umgesetzt, die auf dem Extraktivismus natürlicher Ressourcen beruhen, manchmal wahllos und durch Verbindungen zu multinationalen Unternehmen. Dies ist der Fall beim grossflächigen Kohleabbau unter freiem Himmel, wie er in der Gemeinschaft Hatillo im Departement Cesar durchgeführt wurde; ein Fall, den wir kennen, weil wir die betroffene Gemeinde seit drei Jahren in ihren Verhandlungen mit dem betreffenden Unternehmen (Glencore-Prodeco, Schweizer Unternehmen) begleitet haben.

Die ausführliche Dokumentation dieser Situation beweist deren unheilvollen sozialen und ökologischen Folgen, da es keine verbindlichen Massnahmen gibt, die diese Unternehmen zur Achtung der Menschenrechte und des Ökosystems zu verpflichten. Leider gibt es viele Fälle dieser Art, die uns eindringlich zeigen, dass die Praktiken unverantwortlicher multinationaler Unternehmen nur Elend und Verschmutzung hinterlassen.
 
Als Partnerorganisationen des COMUNDO-Programms in Kolumbien sehen wir mit Besorgnis und Trauer das Leiden der Gemeinschaften durch Mega-Minenprojekte und die Verschlechterung der sozialen und ökologischen Situation; wir sind beunruhigt über die Verletzung der Menschenrechte der am wenigsten begünstigten Bevölkerungsgruppen sowie über die Missachtung des Rechts auf Konsultation von indigenen Völkern; die Zukunft alarmiert uns wegen der Verschärfung der Auswirkungen des auf dem Extraktivismus beruhenden Wirtschaftsmodells. Darum sind wir überzeugt von der Wichtigkeit, darüber zu berichten und gemeinsam für die Bevölkerung zu arbeiten, besonders für die ländliche.
 
Seitens des COMUNDO-Programms in Kolumbien und seinen Akteuren (lokale Organisationen, die sich für die Friedensförderung auf der Grundlage von sozialer Gerechtigkeit einsetzen), bekräftigen wir unsere entschiedene Unterstützung für die Konzernverantwortungsinitiative und sind bereit, von unserem Land aus und von unserer Arbeit her mit den notwendigen Initiativen zusammenzuarbeiten und so zu diesen Prozessen in der Schweiz beizutragen. Wir sehen, dass eine solche Initiative sehr wichtig ist. Wir wissen, dass der Kampf nicht einfach ist, dass dringende Dialoge stattfinden müssen und dass in der Schweizer Zivilgesellschaft und unter führenden Politikern/-innen Sensibilisierungsarbeit geleistet werden muss, damit die Initiative erfolgreich sein kann.
 
Wir wissen, dass ein Mechanismus, der es dem multinationalen Management ermöglicht, Verletzungen der Menschenrechte und der Umwelt festzustellen, die entsprechenden Massnahmen zu ergreifen und die Umweltstandards einzuhalten, ein wesentlicher Schritt ist, der es uns erleichtern würde, die Arbeit der Friedensförderung in Kolumbien fortzusetzen.
 
Brüderlich,
 
COMUNDO in Kolumbien und die unterzeichnenden Partnerorganisationen:
 
 
 
 
                                                  
 
 

 
 
                                
 

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