Staudammprojekte im Gebiet der indigenen Völker

Im Norden der Philippinen leben indigene Völker als Selbstversorger. Aufgrund eines neuen  Gesetzes für erneuerbare Energien sind in den wasserreichen Hochländern viele Wasserkraftwerke geplant. Der Raumplaner Sascha Müller informiert und berät die betroffenen indigenen Dorfgemeinschaften und unterstützt sie, ihre Interessen und Rechte geltend zu machen.

Horizonte Mai 2018

COMUNDO-Fachperson Sascha Müller präsentiert als unabhängiger Experte an einer konsultativen Gemeindeversammlung eine neutrale Sicht zu einem geplanten Gross-Wasserkraftwerk.

Die indigene Bevölkerung der Bergprovinzen Ifugao und Mountain Provinz im Norden der Philippinen lebt vorwiegend als Selbstversorger. Für sie ist Landbesitz ein Fremdwort. Land ist etwas, dass sie eine Zeit lang nutzen dürfen, und dann ihren Kindern weitergeben. Es ist jedoch kein Eigentum. Die Rechte der Indigenen sind offiziell gut geschützt. So müssen sie sich beispielsweise einverstanden erklären, wenn ein Staudammprojekt ihr Gebiet betrifft.

Selbstversorger versus Multis
In Kontakt mit internationalen Unternehmen sind sie jedoch überfordert. Auf der einen Seite stehen die indigenen Bäuerinnen und Bauern, auf der anderen professionelle Projektleiter/innen und Juristen/-innen internationaler Unternehmen. Hinzu kommen wenig ausgebildete Beamten/-innen und verbreitete Korruption.

Die COMUNDO-Fachperson Sascha Müller klärt die indigene Bevölkerung über ihre Rechte auf. Der Raumplaner prüft und erklärt Dokumente und Baupläne, die für die Einheimischen oft nicht verständlich sind. Bei Staudammprojekten hat er zum Beispiel mit Bauernfamilien durch Stöcke markiert, wie hoch das Wasser zu stehen kommt, damit die Menschen vor Ort sehen, wie viele Reisfelder überflutet werden.

Selber über die Heimat bestimmen
Alle indigene Gemeinschaften der beiden Provinzen können ihr Territorium als Eigentum registrieren. Bisher wurde dies kaum genutzt. Die Registrierung ist jedoch nötig, um einen Wasserzins einzufordern. Mit elf Dorfgemeinschaften konnte Sascha Müller die Landrechte registrieren. «Ich bin nicht grundsätzlich gegen Wasserkraftwerke. Mein Ziel ist, dass die Einheimischen sich der Auswirkungen bewusst sind und dass sie mit dem Wasserzins den ihnen gesetzlich zustehenden Anteil am Gewinn erhalten. Davon sind wir weit entfernt, heute erhalten viele nichts oder werden mit leeren Versprechungen über den Tisch gezogen», schildert Sascha Müller die Situation.

Zusammen mit seinen lokalen Partnern initiierte Sascha Müller mehrtägige Workshops, in welchen sich die Stammesältesten zum ersten Mal treffen konnten, um über gemeinsame Inte-ressen und Strategien zu beraten. Erste Ziele wurden mit der Registrierung von Landrechten erreicht. Noch bleibt sehr viel zu tun, damit die Menschen selbstbestimmt über die Nutzung ihrer Heimat entscheiden können.

Artikel aus dem Spendenmagazin HORIZONTE vom Mai 2018

Wir freuen uns, wenn Sie das Projekt von Sascha Müller unterstützen möchten, damit er sich weiterhin für die indigene Bevölkerung in den Philippinen engagieren kann!

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